Einlagerung von 15 kg Silberbarren im Schweizer Zollfreilager der Einkaufsgemeinschaft im April 2018.


Exploration verbrennt die Hälfte des eingesetzten Kapitals
Von Dr. Jürgen Müller, 27.04.2018


Exploration ist bekanntlich ein teures und risikoreiches Geschäft. Gleichwohl ist es ein notwendiges Unterfangen, da die Minen mit jedem Fördertag an ihren vorhandenen Ressourcen nagen, d. h. an dem Ast sägen auf dem sie sitzen. Will eine Minengesellschaft langfristig überleben, muss sie abgebaute Ressourcen durch neue ersetzen. Die Restlebensdauer des Portfolios ist daher nicht zuletzt bei Analysten eine sehr wichtige und beachtete Kenngröße.

Dieser Artikel basiert auf einem Vortrag von Prof. Richard Schodde auf der Mines & Money Conference am 5.4.2018 in Hong Kong [1]. Titel des Vortrages: "Overview of Exploration in the Asia Pacific Region - the rising importance of China".

Asien stellt 1/3 der weltweiten Landmasse unsere Planeten dar. Chinas Anteil alleine beträgt 7 Prozent. Der Autor unterteilt dieses Gebiet in 6 Teilregionen.


Landkarte China

Abb. 1: Landkarte von Asien (Bildquelle: MinEx Consulting [1])


Seit 2004 stiegen in Asien die Investitionen in die Exploration massiv an, wobei in 2012 ein Hochpunkt von 6,6 Mrd. US$ erreicht wurde (vgl.: 2002: 0,43 Mrd. US$). Der Anteil Asiens an allen weltweit getätigten Explorationsausgaben lag im Zeitraum 2007 - 2016 bei 29 %, wobei China alleine 18 % hierzu beitrug. In 2017 wurden 'nur noch' 2,5 Mrd. US$ investiert, wobei hiervon knapp 2/3 in China investiert wurden.


Landkarte China

Abb. 2: Explorationsausgaben in Asien 1975 - 2017 (Bildquelle: MinEx Consulting [1])


Von den 2,5 Mrd. US$ in 2017 wurden 33 % in Gold, 38 % in Basismetalle, 8 % in Uran und 21 % in andere Metalle investiert. Insgesamt wurden in der Dekade 2007 - 2016 in Asien 70 % der Gelder in die Exploration von Gold und Basismetallen investiert.

Die Gretchenfrage: Wie viele neue Lagerstätten wurden für diesen immensen Einsatz an Geld gefunden? Der Autor differenziert bei der Beantwortung dieser Frage zwischen a) der Anzahl der Entdeckungen, b) den gefundenen Metallen und c) der Lokalität der Funde. Die folgenden drei Graphiken zeigen diese Differenzierung auf.


Anzahl der Entdeckungen 2007 - 2016 in Asien

Abb. 3: Anzahl der Entdeckungen (Bildquelle: MinEx Consulting [1])


Interessant an dieser Graphik ist, dass seit einem 'Entdeckungshoch' im Jahr 2007 die Zahl der Funde extrem gesunken ist, obwohl man wesentlich mehr Geld investiert hat (vgl. Abb. 2). Schon aus diesen beiden Graphiken ist ersichtlich, dass die Rate 'investierter zu gefundenem' Dollar in den letzten Jahren dramatisch schlechter geworden sein muss. Exploration wurde also weitaus risikoreicher und damit logischerweise auch schwerer zu finanzieren. Auch die Größe bzw. Qualität der gefundenen Lagerstätten nimmt ab. 'Major' und 'Giant' Lagerstätten werden immer seltener gefunden.


Entdeckungen nach Metall

Abb. 4: Anzahl der Entdeckungen nach Metallen (Bildquelle: MinEx Consulting [1])


Seit Jahrzehnten nimmt die Entdeckung neuer Goldlagerstätten in Asien tendenziell immer weiter ab, siehe roter Pfeil. Im Schnitt der letzten 41 Jahre lag der Anteil von Gold und Kupfer bei 70% aller Entdeckungen.


Entdeckungen nach Region bzw. Land

Abb. 5: Anzahl der Entdeckungen nach Region (Bildquelle: MinEx Consulting [1])


Schlüsselt man die neuen Entdeckungen nach der Lokalität auf, so erkennt man, dass nahezu die Hälfte aller Entdeckungen in Asien in China gemacht wurden. Weltweit betrachtet liegen 14 % aller Entdeckungen in China. Im Zeitraum 2007 - 2016 lagen sogar 57 % aller asiatischen Entdeckungen in China, 18 % weltweit.
Betrachtet man die Ressourcen in Unzen bzw. Tonnen, wird jedoch klar, dass China zwar sehr viele Lagerstätten hat, diese jedoch tendenziell hinsichtlich der Ressourcen eher klein sind. So entfallen 11% aller weltweit explorierter Goldlagerstätten (die noch nicht ausgebeutet werden) auf China, jedoch enthalten diese nur 5 % des gefundenen Goldes.

Die folgende abschließende Graphik zeigt den Wert der Entdeckungen im Bezug zu den Ausgaben auf.


Wert der Entdeckungen

Abb. 6: Wert der Entdeckungen (Bildquelle: MinEx Consulting [1])


Das Fazit:
Zwischen 1975 und 2016 wurden in Summe 70 Mrd.US$ in Asien in die Exploration investiert und hierfür Metalle im Wert von 121 Mrd. US$ entdeckt. Für einen investierten Dollar wurden also Metalle im Wert von 1,73 Dollar entdeckt.
In der letzten Dekade fiel dieser Wert jedoch auf 0,57 Dollar, d. h. für jeden aufgewendeten Dollar fand man im Schnitt nur noch 57 Cents an Metall. Weltweit liegt dieser Wert bei 56 Cent.

Mit anderen Worten: Nahezu die Hälfte des eingesetzten Kapitals bei der Exploration geht verloren. Weitere Projekte können wohl nur finanziert werden, wenn die Rohstoffpreise wieder steigen würden.

Prof. Schodde schließt seinen Vortrag mit der Schlußfolgerung: China ist das Land mit der weltweit größten Bergbauindustrie, doch das Land ist hungrig nach mehr Metall. Die weltweite Minenindustrie sei weitestgehend darauf angewiesen, so Schodde, dass in China weiterhin signifikante Entdeckungen gemacht werden können. Schon heute ist China für 40 Rohstoffe der Produzent Nr. 1 in der Welt. Inwieweit das zentralregierte China zukünftig seine Rohstoffe allerdings für den Export freigeben wird, könnte dann für den Rest der Welt eine sehr wichtige Frage werden.


Quelle:
[1] Richard Schodde, Managing Director MinEx Consulting.



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